Die Finalpfeife – ein Tipp

Es ist ja viel geschrieben worden über die Schiedsrichterleistungen während der Weltmeisterschaft. Vieles ist moniert worden, mal berechtigt, mal auch nicht. Ich hab‘ selbst einige Jahre gepfiffen und auch so manches Spiel als Schiedsrichterassistent absolviert (und ja, die Sache mit dem Abseits ist wirklich schwierig), verfolge die Spielleitungen schon deshalb besonders interessiert und versuche oft genug, so ein bisschen eine Lanze für die ehemaligen Kollegen zu brechen.

Nun ist die Leitung eines Weltmeisterschaftsfinales natürlich die Krönung einer jeden Schiedsrichterlaufbahn. Ich persönlich werde sicher nicht mehr angesetzt werden, aber irgendwer wird sich diesen Traum erfüllen dürfen. Allzu lange hin ist es nicht mehr, heute Abend steht das zweite Halbfinale dieser WM an. Zeit, mal darüber nachzudenken, wen die FIFA am Sonntag ins Endspiel schicken könnte.

Von ursprünglich 25 Schiedsrichtergespannen hat die FIFA-Schiedsrichterkommission 10 schon wieder in die Heimat geschickt, darunter mit Felix Brych auch den Vertreter des DFB. Übrig geblieben sind die folgenden Kandidaten:

  • Ravshan Irmatov (Usbekistan; bisher 4 Spiele)
  • Yuishi Nishimura (Japan; bisher 1 Spiel)
  • Noumandiez Doué (Elfenbeinküste; bisher 2 Spiele)
  • Djamel Haimoudi (Algerien; bisher 3 Spiele)
  • Mark Geiger (Vereinigte Staaten; bisher 3 Spiele)
  • Marco Rodríguez (Mexiko; bisher 3 Spiele)
  • Enrique Osses (Chile; bisher 2 Spiele)
  • Sandro Ricci (Brasilien; bisher 3 Spiele)
  • Carlos Vera (Ecuador; bisher 2 Spiele)
  • Cüneyt Cakir (Türkei; bisher 3 Spiele)
  • Jonas Eriksson (Schweden; bisher 3 Spiele)
  • Pedro Proença (Portugal; bisher 3 Spiele)
  • Nicola Rizzoli (Italien; bisher 3 Spiele)
  • Carlos Velasco Carballo (Spanien; bisher 3 Spiele)
  • Howard Webb (England; bisher 2 Spiele)

Dass ich hier einige der Herren rot markiert habe, hat einen einfachen Grund, tatsächlich scheiden nämlich ein paar der Verbliebenen als Endspiel-Kandidaten mit ziemlicher Sicherheit aus. So kommen etwa der Mexikaner Marco Rodríguez und der Türke Cüneyt Cakir nicht mehr in Frage, die nämlich waren mit der Leitung der beiden Halbfinalspiele betraut, einen Schiedsrichter in zwei aufeinanderfolgenden Runden einzusetzen, wäre zumindest unüblich. Auch der Engländer Howard Webb dürfte kommenden Sonntag nicht auf dem Rasen stehen. Der hat in seinen beiden bisherigen Spielen zwar eine solide Leistung gezeigt, ist international erfahren wie kaum einer seiner Kollegen und als amtierender Weltschiedsrichter sicher über jeden Zweifel erhaben, pfiff aber bereits das Finale der WM 2010 in Südafrika. Dass die Schiedsrichterkommission ihn mit einem weiteren Finalspiel betraut, ist unwahrscheinlich.

Etwas überraschend ist der Verbleib des Brasilianers Sandro Ricci. Üblicherweise dürfen Schiedsrichter aus Nationen, die das Halbfinale des Turniers erreichen, nicht mehr eingesetzt werden. Ricci erhielt von der FIFA nun eine Wildcard und darf theoretisch auf einen Finaleinsatz hoffen – zu dem es aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht kommen wird, selbst wo jetzt klar ist, dass Brasilien nicht im Finale steht. Man darf diese Wildcard wohl als eine Art „Gastgeberbonus“ interpretieren.*

Kaum nachzuvollziehen ist die Entscheidung, Yuishi Nishimura im Turnier zu belassen. Der Japaner leitete das Eröffnungsspiel zwischen Brasilien und Kroatien (3:1), bekam nicht zuletzt wegen eines unberechtigt gegebenen Elfmeters haarsträubende Kritiken – und wurde infolge dessen auch für kein weiteres Spiel mehr nominiert. Mit Verlaub, was der noch im Aufgebot zu suchen hat, das weiß wohl nur die FIFA.

Ebenfalls wenig Hoffnung darf sich vermutlich Carlos Velasco Carballo machen. Der Spanier hatte zwei Vorrundenspiele ordentlich über die Bühne gebracht, im Viertelfinalspiel zwischen Brasilien und Kolumbien dagegen nicht glänzen können. Wir erinnern uns: Das war das Spiel, in dem sich der brasilianische Superstar Neymar einen Wirbel brach. Schon um Fanaufstände zu verhindern, dürfte Velasco Carballo also eher nicht mehr zum Einsatz kommen. Für ihn sicher besonders schade, Schiedsrichter aus den großen Fußballnationen bekommen nicht oft die Chance auf ein Finale, es wäre nach dem frühen Ausscheiden Spaniens jetzt die Möglichkeit gewesen.

Es wird folglich auf einen Kandidaten hinauslaufen, der sowohl Erfahrung in großen Clubwettbewerben hat (möglichst der Champions-League oder der Copa Libertadores, weil auf höherem Niveau als andere Kontinentalwettbewerbe), schon lange auf der FIFA-Liste steht, im Idealfall schon bei einem großen Turnier wie der Europameisterschaft gepfiffen und während der aktuellen WM gute Leistungen erbracht hat. Und da bleiben nicht so wahnsinnig viele übrig.

Aber: Es kommt natürlich auch ein bisschen darauf an, wer heute Abend ins Finale gegen Deutschland einzieht. Sollte die Finalpaarung Deutschland – Holland lauten, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Nicht-Europäer die Pfeife schwingt.

Das Spiel um den dritten Platz wird wohl ein Schiedsrichter übernehmen, der vielleicht international noch nicht die ganz große Erfahrung erworben, sich dafür im Turnierverlauf aber besonders positiv hervorgehoben hat. Das trifft für diese WM vor allem auf den US-Amerikaner Mark Geiger zu, der alle seine Spiele tatsächlich überraschend gut im Griff hatte.

Also, wagen wir mal einen Tipp:

Für eine Finalpartie Deutschland – Argentinien

          Pedro Proença (Portugal), Nicola Rizzoli (Italien) oder Jonas Eriksson (Schweden)

Für eine Finalpartie Deutschland – Holland

          Carlos Vera (Ecuador) oder Enrique Osses (Chile)

Und für das Spiel um Platz 3:

          Mark Geiger (Vereinigte Staaten)

Mal gucken, wie nah ich dran bin, man darf gespannt sein…

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* Kleine Info am Rande für den unwahrscheinlichen Fall, dass er das Finale doch pfeifen darf: Ricci ist für die Deutsche Nationalmannschaft kein ganz Unbekannter, es wäre bereits das dritte Zusammentreffen während des Turniers. Ricci leitete mit dem Vorrundenspiel gegen Ghana (2:2) und dem Achtelfinalspiel gegen Algerien (2:1 n. V.) ausgerechnet unsere beiden wohl umkämpftesten Partien. Und das an für sich auch ganz ordentlich.

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Nachtrag 10.07.: SPIEGELonline gibt heute auch einen Tipp ab, der meinem hier völlig widerspricht. Mal sehen, wer recht hat…

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Nachtrag 11.07.: Die FIFA hat die Schiedsrichter-Entscheidungen getroffen, Djamal Haimoudi wird das Spiel um Platz 3 pfeifen. Das kann man gut finden, muss man aber nicht. Es riecht so ein bisschen nach einer politischen Entscheidung, um des afrikanischen Verbandes Willen. Ich jedenfalls hatte Haimoudi, zugegeben, nicht auf dem Schirm. Schade eigentlich, denn es hätte mit Mark Geiger jemanden gegeben, der es eher verdient gehabt hätte.

Mein Finaltipp dagegen stimmt: Es pfeift Nicola Rizzoli. Das war zu erwarten. Und ja, SPIEGELonline, ich hatte recht.

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Bürostuhldrehen

Freitagmorgen, halb zehn in Deutschland: Die Meisterschaften im Bürostuhldrehen stehen an. Klaus gilt als haushoher Favorit – aber wird er seinen Titel gegen die Jungs aus der Personalabteilung verteidigen können…?

Vielleicht nicht ganz so spaßig, aber mit ähnlich hohem Drehwurmfaktor erscheint dem EU-Bürger eine Europawahl. Stand übrigens wieder an dieses Wochenende, hätte man hingehen sollen, hat aber kaum jemand getan. War aber abzusehen. Noch sind die Ergebnisse vorläufig, doch die Wahlbeteiligung in Deutschland scheint mit 43,09% in etwa gleich niedrig geblieben zu sein; bei der letzten Wahl 2009 lag sie bei 43,3% – und damit im europäischen Vergleich eher so im Mittelfeld.*

Nun ist es ja allgemein bekannt, dass Menschen Veränderungen lieben. Ganz besonders dann, wenn sie möglichst klein sind und sich möglichst weit weg von zuhause vollziehen. Und im Idealfall nur für andere gelten. Für kaum etwas stehen die Europäer so sehr ein, wie für die kleinen gut gemeinten Veränderungen, die das Leben der Einwohner Papua-Neuguineas leichter machen. Blöderweise betrifft sie die Europawahl nun aber selbst und für die EU gibt’s am Stammtisch nur ein Prädikat: „regelwütig“. Man sollte meinen, das sollte gerade uns Deutschen eigentlich ganz sympathisch sein, aber aus unerfindlichen Gründen ist dem ganz offensichtlich nicht so. Und jetzt, wo man mal die Möglichkeit zur Einflussnahme hat, geht man nicht hin.

Dabei gab’s dieses Mal einen ganz besonderen Anreiz: Erstmals nämlich sollten statt der Regierungschefs die Wähler bestimmen, wer auf dem Bürostuhl des Kommissionspräsidenten Platz nehmen darf. Zur Auswahl standen Jean-Claude Juncker für die eher konservative Seite und Martin Schulz für die Sozialdemokraten. Es „gewann“ Juncker (ob das allerdings an seiner Person lag, sei mal dahingestellt), der jetzt aber wohl nicht die nötige Mehrheit zusammenbekommt, die ihn nun auch tatsächlich ins Präsidentenamt hieven kann.

Das Ende vom Lied: Jetzt steht er da, der Herr Juncker, als Gewinner, der seinen Gewinn aber vielleicht gar nicht abholen darf. Und die vielen Wähler, die vorsorglich mal lieber gleich zuhause geblieben sind, bekommen Recht: Ein paar wenige Europäer haben gewählt. Und werden womöglich nicht gehört. Bürostuhldrehen auf ganz hohem Niveau.

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* Wer sich bei Aufruf der 2009er-Tabelle jetzt über die offensichtliche Wahlbegeisterung der Belgier und Luxemburger wundert – die fällt natürlich aus dem Rahmen, liegt aber schlicht und ergreifend in der dortigen Wahlpflicht begründet.

Anglizismus des Jahres 2013

It’s on you: Zum 4. Mal steht die Wahl zum Anglizismus des Jahres an, noch bis zum 24. November darf jeder, der sich berufen fühlt, passende Vorschläge einreichen. Nach Ende des Nominierungszeitraums wird die Jury wieder die vielversprechendsten Kandidaten auswählen, einzeln auf ihre potenzielle Tauglichkeit abklopfen und ihr Votum abgeben, zusätzlich zum Juryurteil steht außerdem eine Publikumsabstimmung an.

Nachdem meinen Vorschlägen „posten“ und „sharen“ im vergangenen Jahr in der Analyse noch Luft nach oben bescheinigt worden war (nachzulesen hier bzw. hier), hab‘ ich beide Begriffe direkt noch mal ins Rennen geschickt, warten wir’s mal ab, was daraus wird.

P.S.: Bisher machten übrigens „leaken“ (2010), „Shitstorm“ (2011) und „Crowdfunding“ (2012) das Rennen.

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Nachtrag 22. Januar 2014: Inzwischen steht die endgültige Kandidatenliste fest, wer an der Publikumsabstimmung teilnehmen möchte, kann das hier tun. Das Ergebnis wird am 28. Januar bekanntgegeben.

Nachtrag, die Zweite (sehr, sehr viel später): Der Gewinner steht natürlich längst fest.

Die BILD zur Wahl mit dem Bild zur Wahl

Ja, Gott sei Dank, heute Morgen endlich mal wieder eine BILD-Zeitung im Briefkasten! Also, nicht, dass ich eine bestellt hätte, Springer wollte uns einfach mit einer kostenlosen Ausgabe zur Bundestagswahl beglücken. Eine Wahl-BILD, über deren Erhalt mich BILD allerdings nicht hat wählen lassen. Bisschen undemokratisch, finde ich…. (Bei der letzten derartigen Aktion, wir erinnern uns, hatte ich mich wie viele andere noch verweigert.)  Aber jetzt ist sie halt da, da kann man ja auch mal einen kurzen Blick hinein werfen.

Und siehe da, diese Ausgabe hat’s ganz schön in sich! Gleich auf Seite 2 müssen sich die beiden Hauptwidersacher um die Kanzlerschaft, Angela Merkel & Peer Steinbrück, den knallharten Fragen von…*hüstel*…“Prominenten“ stellen. Und da gibt’s Butter bei die Fische, kann ich nur sagen, da werden nach dem doch eher trägen Wahlkampf endlich mal andere Saiten aufgezogen. Beispiel gefällig?

Christian Ulmen etwa möchte von Steinbrück wissen: „Wenn Sie ein Planet wären, welcher wäre es?“ Ja, das ist die Frage, die sich während der letzten Wochen noch keiner zu fragen getraut hatte. Wahlentscheidend, überhaupt kein Zweifel. Aber es kommt noch besser, bei Daniela Katzenberger (26, „TV-Star“) hat Steinbrücks Wahlkampfteam ganz sicher der Angstschweiß auf der Stirn gestanden: „Haben Sie daheim auch manchmal eine Jogginghose an?“ Uff… Aber auch Angela Merkel wird richtig ‚rangenommen, jahaa. Collien Ulmen-Fernandes (31, „Schauspielerin“) möchte allen Ernstes wissen: „Vermissen Sie den Duft von Nicolas Sarkozy?“

Man lasse sich das mal auf der Zunge zergehen: Einen Tag vor der Wahl zum Deutschen Bundestag kriegt BILD die beiden Spitzenkandidaten vors Mikro – und dann sowas. Liebe BILD-Macher, dass ordentlicher Journalismus eher nicht so Euer Ding ist, ist mir schon lange klar, das habt Ihr hinlänglich bewiesen. Aber das kann nicht Euer Ernst sein, oder?!

Glückwunsch, es ist ein Franziskus!

Meinen Glückwunsch, es ist ein Franziskus! Mit -us. Warum die latinisierte Form, ist nicht ganz klar, beim letzten (Johannes) Paul ging’s schließlich auch ohne, aber meinetwegen. Vermutlich ist Franz einfach out, so heißt halt heute keiner mehr.

So, und wen genau haben wir uns da jetzt eingekauft (also, ich mir nicht, aber die Katholiken)? Das bleibt wohl mal noch abzuwarten. Angeblich soll der glückliche(?) Konklave-Sieger Jorge Mario Bergoglio – also eben besagter Franziskus – ja schon beim letzten Konklave ein heißer Favorit gewesen sein. Da ist aber bekanntlich der Herr Ratzinger gewählt worden*. Das empfand damals die Mehrheit der Kommentatoren (von BILD mal abgesehen) erstmal nicht unbedingt als so richtig prickelnd – aber es gibt durchaus Leute, die das für gar nicht mal sooo schlecht hielten. Gerfried Sperl beispielsweise, Kolumnist beim österreichischen „Der Standard“. Der verfasste 2011, noch zu Ratzinger-Zeiten, folgenden Artikel**:

„Ein Diktatoren-Freund als Konkurrent Ratzingers

Papst Benedikt XVI. ist stockkonservativ. Aber es hätte schlimmer kommen können. Laut La Stampa […] erwuchs 2005 dem damals obersten Glaubenshüter der katholischen Kirche ein auch politisch ultrarechter Kardinal aus Argentinien als ernstzunehmender Konkurrent. […]

Vierzig Stimmen hatte nämlich Jorge Mario Bergoglio, heute 75jähriger Erzbischof von Buenos Aires, erreicht. […]

Nachträgtlich betrachtet hat der katholische Teil der Welt damit vielleicht ziemliches Glück gehabt. Der Jesuit Bergoglio unterscheidet sich theologisch kaum von Ratzinger. Politisch jedoch ist er fragwürdig: Er tolerierte die argentinische Militärdiktatur und fand nie auch nur ein Wort der Kritik an der Ermordung tausender Regimegegner. Dass so ein Mann unter den Kardinälen auf 40 Stimmen kam, ist eigentlich ein Alarmzeichen. 115 Kardinäle waren damals wahlberechtigt – 40 keine klaren Verteidiger der Menschenrechte.“

Joa, das Szenario wäre dann jetzt wohl nachgeholt. Obwohl ich dem Herrn Franzikus trotz allem natürlich auch erstmal eine (neue) Chance zugestehen will. Er wirkte ja im ersten Moment ganz schnuckelig, ein richtiger „Papa“ halt.

Pressetechnisch so richtig schnell waren übrigens die Wikipedianer diesmal***. Da darf ja nun prinzipiell so ziemlich jeder mitschreiben, tatsächlich dürfen Artikel mit aktuellem Bezug in aller Regel (zumindest vorübergehend) aber nur von registrierten Nutzern bearbeitet werden, um Klamauk zu verhindern. Da ist so ein Konklave natürlich nicht ganz so geschickt, weil man ja nun nie so genau weiß, wer denn da jetzt gleich als neuer Papst auf den Balkon treten wird und man schlecht alle Artikel, in denen der Papst möglicherweise vorkommen könnte, sperren kann. Entsprechend sah der Eintrag Bergoglios dann auch erstmal so aus:

Unbenannt4

Immerhin, in diesem Screehshot von 20.18 Uhr schon unter neuem Namen, da hatte er sich noch nicht mal gezeigt (das nämlich geschah erst vier Minuten später – und die ersten Artikeländerungen sind nur wenige Sekunden nach Verkündung seines Namens verzeichnet, aber das nur nebenbei).

Und vor lauter Begeisterung über die Papstwahl (die in den ersten Wochen immer spürbar ist, sich aber Gott sei Dank irgendwann wieder legt) gelten zuallererst die Superlativen, die ihn schon jetzt auszeichnen, all die ersten Male (*hüstel*), Dinge, die es so noch nie gegeben hat: erster Jesuit auf dem Papstthron; erster Lateinamerikaner; erster Papst, der die Armen liebt; erster neuzeitlicher Papst mit lebendem Vorgänger.

A propos, was auch immer er zukünftig anstellen mag, das Spannendste dürfte das für kommenden Samstag geplante Treffen mit seinem Vorgänger* werden. Ein (freundschaftliches) Treffen zweier (römisch-katholischer) Päpste, so viel steht mal fest, hat es wirklich noch nicht gegeben!

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* Der „Wir sind Papst“-Ratzinger, wir erinnern uns, der jetzt als „emeritierter Papst“ seine letzten Tage (oder Monate oder Jahre, das wird sich ‚rausstellen) zurückgezogen von der Weltöffentlichkeit verbringt.

** Online verfügbar, und zwar hier (zuletzt abgerufen am 18.03.2013).

*** ‚Pressetechnisch‘ vor allem deshalb, weil die versammelte Presse die Wikipedia inzwischen nutzt, als gäb’s kein Morgen.

Anglizismus des Jahres 2012 (3)

Seit heute und noch bis zum 1. März läuft die Publikumsabstimmung zum „Anglizismus des Jahres 2012“. Noch hinken ‚posten‘ & ’sharen‘ ein bisschen hinterher, aber da ist noch nichts entschieden. Bitte fleißigst abstimmen!

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Nachtrag 05. März: Inzwischen ist die Abstimmung beendet, sowohl in der Publikumsgunst als auch in der Jurybewertung hatte ‚Crowdfunding‘ die Nase ganz vorn.