Wahlsiegerbesieger

SO SEH’N SIEGER AUS! Schaalalalalala!

Was sonst eher im Fußballstadion zu hören ist, würde man wahlsonntags auch manchem Politiker zutrauen. Gewonnen, gewonnen, gewonnen. Durch die Bank weg, egal, wen man fragt, alle stehen sie ganz oben oder gehen doch zumindest breit grinsend und natürlich gestärkt aus der Sache hervor. Nicht falsch verstehen, ich find das toll. Die Tage nach so einer Wahl könnte ich komplett vor dem Fernseher verbringen, nur, um von einer Sondersendung zur nächsten zu schalten, ganz ehrlich. Ist doch auch toll anzusehen, wenn  sich wirklich ALLE zu freuen scheinen, wann passiert das sonst schon mal?

Was Politiker dann nach den endgültigen Ergebnissen so vor sich hin interpretieren, ist dann meist gar nicht mehr so wichtig – und geht oft genug auch schlicht an der Realität vorbei. Die tatsächlichen Analysen finden in den Redaktionen verschiedenster Medien statt, die für Leser und Zuschauer dann meist wieder hinbiegen müssen, was die eben Befragten subjektiv gerade irgendwie anders gesehen haben als alle anderen. In der Regel funktioniert das  auch gut – nur in wenigen Fällen gelingt die Analyse auch mal, naja sagen wir, eher oberflächlich

Okay, so ganz happy waren dann vielleicht doch nicht alle, schließlich haben ja nicht alle den Sprung in die Landtage geschafft. Gut, hier und da mag das auch einfach an der Wahlwerbung gelegen haben. Manchmal ist es einfach keine gute Idee, „Menschen wie Du und Ich“ vor die Kamera zu stellen, bei deren Betrachtung man von der ersten Sekunde an inständig hofft, um Himmels Willen eben bloß nicht so zu sein wie die da auf dem Bildschirm. Aber naja, ist ja gut gegangen. Im Westen nichts Neues, sozusagen.

Ich persönlich habe ja seit Jahren schon am Tag der Wahl einen immer wiederkehrenden Ohrwurm. Jedesmal, wenn ich mir meine Wahlbenachrichtigung und meinen Personalausweis schnappe und mich auf den Weg zur Urne mache, kommt er mir in denn Sinn. Ich bin eigentlich kein Fan von Reinhard Mey, trotzdem spukt er mir nach den unzähligen Politikerinterviews noch den ganzen Tag im Kopf herum mit seinem „Wahlsonntag“. Vielleicht eine der treffendsten Analysen, absolut zeitlos und zweifellos irgendwie charmant.

Tja, und genaugenommen ist mit dem Hinweis auf Mey jetzt prinzipiell auch schon alles Wichtige zum Thema gesagt, die möglichen Regierungskonstellationen soll bitte das ZDF-Wahlstudio oder meinetwegen Franz Josef Wagner diskutieren. Zeit zum Mitsummen, würde ich sagen:

 

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